Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in Deutschland. Implementation of INSPIRE in Germany.

Share |

Vom 18.08. bis 02.10.2009 hat die Koordinierungsstelle GDI-DE in Zusammenarbeit mit den GDI-Kontaktstellen der Länder und des Bundes eine Umfrage zur Vorbereitung der Identifizierung der Geodatensätze und -dienste, die eines oder mehrere Themen des Anhangs I der INSPIRE-Richtlinie betreffen, durchgeführt.

Ziel der Umfrage war es, einen vorläufigen länderübergreifenden Überblick über potenziell betroffene Geodatensätze und -dienste zu erhalten, auf dessen Grundlage weitere Maßnahmen für die Implementierung der INSPIRE-Infrastruktur in Deutschland abgeleitet werden können. Die tatsächliche Identifizierung und Ableitung von Zuständigkeiten im Rahmen der INSPIRE Datenbereitstellung war dagegen nicht Gegenstand der Umfrage.

Insgesamt haben sich bis zum 19.11.2009 116 Stellen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung an der Umfrage beteiligt und 890 Datensätze gemeldet (später eingegangene Rückmeldungen konnten nicht mehr berücksichtigt werden).

Aufgrund der insgesamt heterogenen Beteiligung sind die Ergebnisse der Umfrage nicht repräsentativ gültig. Während sich die Bundesbehörden sehr umfassend an der Umfrage beteiligt haben, ist die Beteiligung der Kommunen (Landkreise und kreisfreie Städte) u.a. aufgrund eines unterschiedlichen Verständnisses über die Betroffenheit der kommunalen Ebene bei der INSPIRE-Datenbereitstellung, länderabhängig sehr unterschiedlich ausgefallen. Da es sich bei der Umfrage aber nur um eine Momentaufnahme zu einem frühen Zeitpunkt der INSPIRE-Umsetzung handelt, können noch keine Rückschlüsse auf den endgültigen Beteiligungsgrad der kommunalen Ebene gezogen werden. Deutlich wurde, dass die Rolle der Kommunen bei der Umsetzung von INSPIRE noch nicht endgültig geklärt ist.
Die im Rahmen der Umfrage gesammelten Informationen vermitteln zum jetzigen Zeitpunkt einen kleinen Ausschnitt der insgesamt von INSPIRE betroffenen Geodatensätze und -dienste in Deutschland. Es muss davon ausgegangen werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch deutlich mehr Datensätze im Zusammenhang mit der INSPIRE-Richtlinie gesehen werden können. Bei nahezu allen Anhang I Themen besteht eine sehr hohe Betroffenheit über alle Verwaltungsebenen hinweg. Daraus resultiert ein hoher Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf, dem mit der Bildung von Fachnetzwerken zu den einzelnen Themen begegnet werden soll. Die Ergebnisse der Umfrage liefern erste Hinweise, welche Verwaltungsebenen und Fachbereiche betroffen sind und in die Fachnetzwerke eingebunden werden sollten.